Die Geschichte des MVE:

Schon zu Zeiten der Herren von Enzberg mag auf der Burg die Musik eine Rolle gespielt haben. Sie ist im Laufe der Jahrhunderte Volksgut geworden und hat sich in Enzberg nicht nur erhalten, sondern fortentwickelt. Immer fanden sich Musikliebhaber zum gemeinsamen Musizieren und so hat die Musik in unserer Gemeinde eine Heimatstätte gefunden.

Aufzeichnungen aus der Zeit vor dem 70er Krieg liegen nicht vor; unsere Musikgeschichte beginnt daher erst mit diesem Jahrzehnt. Pioniere des Musiklebens waren: Adam Engel, Friedrich Gössel. Jakob Höfer, Johannes Kärcher, August Ulmer und Christian Kälber, die im Jahre 1872 die Musikkapelle Enzberg gründeten. Nach 1874 kamen durch das erfolgreiche Wirken der Gründer weitere Musikbegeisterte hinzu.

Die Kapelle begann auch an den Festen anderer Vereine mitzuwirken, wurde populär und erhielt 1896/97 weitere Verstärkung durch die Musiker Karl Idler, Pforzheim Karl Kemmner, Gottlob Ott, Ernst Georg Burkhart, Christian Maisenbacher, Wilhelm Stiess, Fritz Lindauer, Adolf Borzer und Theodor Hofmann.

Karl Borzer leitete die Kapelle und war gleichzeitig deren Vorstand. Unter seiner tatkräftigen Leitung wuchs eine Kapelle heran, die einen guten Ruf genoss und in der näheren und weiteren Umgebung sehr geschätzt war.

Durch weiteren Zugang erhöhte sich die Zahl der Aktiven auf 15, eine beachtliche Stärke für die damals  1700 Einwohner zählende Gemeinde Enzberg.

1897 feierte die Kapelle unter großer Beteiligung der musikfreudigen Bevölkerung ihr 25-jähriges Jubiläum.

Die Jahrhundertwende brachte eine erneute Aufwärtsentwicklung, die durch  den Kriegsausbruch 1914 jäh unterbrochen wurde. Zum Glück kehrten alle Musiker zurück, so dass weiter aufgebaut werden konnte. Karl Bommas, August Fessler, Wilhelm Ott, Albert Seifried, Albert Steeb, Ferdinand Stiess und Gustav Alber traten der Kapelle bei.

Hier sei erwähnt, dass in Enzberg seit der Jahrhundertwende zwei Kapellen existierten, die sich 1921 zusammenschlossen und den Musikverein Enzberg gründeten. Damit kam in musikalischer Hinsicht neues Leben in den Verein und die Leistungen stiegen beträchtlich.

1923 verstarb Vorstand und Dirigent Adolf Borzer an einem Kriegsleiden.

Ende der 20er und Anfang der 30er Jahre befand sich der Musikverein auf der Höhe seines musikalischen Könnens. Eine Vielzahl von Preisen und Auszeichnungen sind die Beweise dafür.

Trotz der Veränderungen, die das Jahr 1933 mit sich brachte, setzte der Verein die Pflege der Musik intensiv fort.

Wieder unterbrach ein Krieg die Vereinstätigkeit, da die Mehrzahl der Musiker zur Wehrmacht einberufen wurde. Nur notdürftig konnten Trauerfeiern noch musikalisch umrahmt werden. Im Frühjahr 1946 zog der Verein Bilanz; es musste wieder von vorn angefangen werden.

Karl Kratochwill, Richard Ebinger und Erich Eberhard kehrten nicht aus dem Krieg zurück.

Ältere Musiker stellten sich zur Verfügung, jüngerer Nachwuchs stieß hinzu und so war bald wieder eine ordnungsgemäß besetzte Kapelle aufgestellt.

Karl Bommas übernahm den Vorstand und Albert Seifried die Aufgabe des Dirigenten.

Mit Verspätung als Folge der Zeitereignisse feierte der Musikverein in der Zeit vom 6. bis 8. August 1949 sein 75- jähriges Jubiläum, an dem 24 Kapellen teilnahmen. Das Fest verlief sehr harmonisch. Zu dieser Zeit konnte der Verein mit Blas-, Streich- und Harmonikaorchester aufwarten. Der Verein begleitete die Einholung und Einweihung zweier neuer Kirchenglocken und war an der Gestaltung der 850- Jahr- Feier der Gemeinde Enzberg vom 25.08. bis 04.09. 1950 maßgeblich beteiligt.

Musikermangel brachte die Kapelle 1951 in Schwierigkeiten, die aber dank der Treue der Mannschaft bald behoben waren. Bei einem Wertungsspiel in Burladingen konnte 1951 ein erster Preis errungen werden, was bewies, dass es wieder aufwärts ging.

1952 wählte der Verein Hans Kussmaul zum Vorstand und Karl Bommas für seine Verdienste zum Ehrenvorstand.

Die folgenden Jahre waren dem Aufbau der Blaskapelle gewidmet. 1955 waren die Vorarbeiten so weit gediehen, dass eine Jugendkapelle gegründet werden konnte. Musikmeister Felix Mächler veranstaltete am 23. 4. 1955 mit zwei Kapellen ein Werbekonzert, worauf 15 junge Leute der Kapelle beitraten. Felix Mächler bildete den Nachwuchs aus und übernahm später das gesamte Blasorchester.

1958 wurde Walter Pfau zum Vorstand gewählt und Albert Seifried, der inzwischen Ehrendirigent war, übernahm die Stabführung bis zur Einführung eines neuen Dirigenten. Diese Tätigkeit übernahm Walter Pauer aus Niefern im Jahr 1963.

Für besondere Verdienste um den Musikverein sind Karl Idler, Karl Kärcher, Fritz Staib, Friedrich Schmidt, Karl Eisenmann, Eugen Augenstein, August Fessler und Wilhelm Hittler zu Ehrenmitgliedern ernannt worden. Für 40 und mehrjährige Musikausübung ehrte der Bund Deutscher Volksmusiker folgende Musiker:

Karl Bommas, Mathias Wallentin, Franz Meister, Albert Seifried, Alfred Kärcher und Robert Kälber, denen die goldene Ehrennadel mit Urkunde verliehen wurde.

Im Jahre 1965 wurde der Verein unter der Bezeichnung „Musikverein Enzberg e. V.“ eingetragen. Unter Leitung des Dirigenten Walter Pauer konnte am 26. Juni 1965 eine weitere Jugendgruppe aufgestellt werden. Die folgenden Jahre galten der Aufbauarbeit und der Jugendbetreuung, so dass am 22. 10. 1970 nochmals eine Jugendgruppe unter der Leitung von Harald Starke (später Walter Glöckner) zusammengestellt werden konnte.

Die Jahre 1971 und 1972 beanspruchten den Musikverein mit der Vorbereitung der 100-Jahr-Feier, die als sehr erfolgreiches "Wasserfest" in die Analen einging. 

Unter Vorstand Walter Pfaus Regie viel auch die Erbauung des "Waldschlößle" direkt neben dem Waldfestplatz in Enzberg.

Walter Pauer formierte aus dem Musikverein Enzberg einen weit über die Grenzen Mühlackers bekannten Klangkörper, der sich immer wieder an schwierige Literatur heranwagte. Zahlreiche Konzerte in Enzberg, aber auch vor fremder Kulisse, z.B. in Kaldenbach in Tirol 1974 oder in Bernkastel- Kues 1987 sowie in der Sendung des Radiosenders Stuttgart "Aus Stadt und Land" trugen den Namen des Musikvereins Enzberg in die Ferne.

Ab 1979 wurden die Volkstanzgruppe sowie das Enzberg Duo "Conny und Hans" (1985) in das Programm aufgenommen.

Zum 125- jährigen Vereinsjubiläum im Jahre 1997 wurde unter Vorstand Achim Kreis das Vereinsheim in der Kanalstr. 1 erbaut. (Lesen sie hierzu "Unser Neues Vereinsheim" von Achim Kreis) Nach 8 Jahren als Vorstand gab Achim Kreis das Zepter im Jahre 2001 an Rolf Seifried ab, der unter Anderem bereits Erfolge wie den Internet- Auftritt des Musikvereins Enzberg und ein grandioses Neujahrskonzert 2002 in die Wege leitete. Von 2007 bis 2010 leitete Manfred Pfau die Geschicke des Musikvereins. Unter seine Amtszeit viel unter Anderem das große Konzert 2009 im Mühlehof mit Startenor Jay Alexander.

Seit März 2010 ist nun der frühere Jugendleiter Alexander Huber der 1. Vorsitzende, was zugleich ein Generationenwechsel im MVE bedeutet.

 

Die Vorstände im Einzelnen seit der Gründung 1872

1872 bis 1896

Friedrich Gössel

1896 bis 1921

Karl Borzer

1921 bis 1922

August Zoller

1923 bis 1924

Christian Maisenbacher

1925 bis 1926

August Zoler

1926 bis 1934

Fritz Staib

1935 bis 1936

Friedrich Schmidt

1936

Gustav Alber

1939 bis 1947

Fritz Rempp

1948 bis 1951

Karl Bommas

1952 bis 1957

Hans Kußmaul

1958 bis 1975

Walter Pfau

1975 bis 1985

Edwin Mohr

1985 bis 1991

Roland Speer

1991 bis 1993

Gerald Glöckner

1993 bis 2001

Achim Kreis

2001 bis 2007

Rolf Seifried

2007 bis 2010

Manfred Pfau

2010 bis heute

Alexander Huber

 

Die Dirigenten Im Einzelnen:

1872 bis 1896

Friedrich Gössel

1896 bis 1921

Karl Borzer

1921 bis 1922

Wilhelm Braun, Pforzheim

1922

Wilhelm Wolf, Mühlacker

1923

Karl Bareis, Pforzheim

1924

August Nieland, Pforzheim

1925

Karl Bareis, Pforzheim

1926

Otto Stolze, Pforzheim

1927 bis 1933

Ernst Hornickel, Pforzheim

1933 bis 1935

Paul Gieser, Mühlacker

1935 bis 1956

Albert Seifried, Enzberg

1956 bis 1959

Felix Mächler, Höfen

1959 bis 1963

Albert Seifried, Enzberg

1963 bis 2000

Walter Pauer, Niefern

2000 bis heute

Ulrich Seibold, Mühlacker

 

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